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Pressemitteilungen

  • 16.05.2019 - Beschäftigung sichern durch arbeitsplatzorientierte Grundbildung

    Hannover, 16.05.2019. Experten sehen in Grundbildung ein wichtiges Instrument für die betriebliche Qualifizierung von an- und ungelernten Mitarbeitern.

    Hannover, 16. Mai 2019.

     Hannover, 16. Mai 2019. Bei der „AlphaGrund-Fachtagung“ des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) und weiteren Kooperationspartnern diskutierten rund 60 Teilnehmer aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft über arbeitsplatzorientierte Grundbildung als Instrument für eine flexible Personalentwicklung. Spezifische Weiterbildungsangebote sollen die Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern in Zeiten des digitalen Strukturwandels sichern.

    Laut der aktuell vorgestellten Grundbildungsstudie „LEO 2018 - Leben mit geringer Literalität“ auf der Jahreskonferenz der AlphaDekade 2019 können 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben. Hinzu kommt, dass 62 Prozent der Betroffenen erwerbstätig sind. Trotz einer Verbesserung zur ersten Erhebung 2010 erfordern die Zahlen weiteres Engagement: Grundbildungs-angebote sollen ausgebaut werden, um die beruflichen Chancen von Menschen mit geringer Literalität zu erhöhen.

    Arbeitsplatzorientierte Grundbildung ermöglicht eine individuelle Verbesserung von grundlegenden Fähigkeiten, etwa Lesen und Schreiben oder technischen Fertigkeiten. „Im Mittelpunkt steht der schnelle Transfer des neu erworbenen Wissens in die Arbeitsabläufe der regionalen Wirtschafts-betriebe“, sagt Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft: „Durch die Vermittlung grundlegender Kompetenzen und durch das Lernen nah am Arbeitsplatz werden Unternehmen an der Basis gestärkt. Das sorgt für zukunftsfähige Wirtschaftsstandorte im Rahmen des digitalen Strukturwandels.“

    Prof. Dr. Axel Plünnecke, Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., ist von dem Ansatz überzeugt: „Entwicklungen und Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sowie in der Arbeitswelt veranlassen Unternehmen zunehmend, Grundbildungsangebote in das betriebliche Weiterbildungsportfolio aufzunehmen. Gleichzeitig wird Grundbildung immer wichtiger für die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen sowie als Basis für den Bildungsaufstieg. Der Vorteil der arbeitsplatzbezogenen Grundbildung von AlphaGrund und BNW liegt in der praxisbezogenen Umsetzung und Weiterentwicklung im jeweiligen Unternehmen.“

    Katrin Schwager, stellvertretende Leiterin des Personal- und Sozialwesens der Bedford GmbH + Co. KG, verdeutlicht den Bedarf am Beispiel der Fleischwarenindustrie: „In unserer Branche werden die Anforderungen immer spezifischer, beispielsweise in der Qualitätssicherung. Hier erhöht sich entsprechend der Bedarf an Qualifizierung für unsere Mitarbeiter. Hinzu kommt, dass immer mehr Maschinen bedient werden müssen, für die technische Grundkenntnisse erforderlich sind.“

    Das Projekt „AlphaGrund - Grundbildung für den Arbeitsplatz“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der AlphaDekade 2016 – 2026.

     Weitere Informationen finden Sie hier.

    Pressekontakt:

    Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft
    gemeinnützige GmbH
    Höfestr. 19-21
    30163 Hannover

    Julia Theiler
    Referentin Marketing und Unternehmenskommunikation
    Tel.: 0511 96167-15
    E-Mail: julia.theiler@bnw.de
    www.bnw.de

     

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    AlphaGrund-Fachtagung 2019

  • 29.04.2019 - Im Spiel zum Unternehmer werden

    Langwedel, 29. April 2019. Auszubildende der Firma Deutsche Tiernahrung sind Sieger beim Wirtschaftsplanspiel "Playbizz"

    Langwedel, 29. April 2019.

     Langwedel, 29. April 2019. Bei der Landesendrunde des Wirtschaftsplanspiels „Playbizz“ ist das Auszubildenden-Team der Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co. KG aus Düsseldorf  als Sieger hervorgegangen. Mit dem Landessieg haben sich die Auszubildenden des Herstellers für Mischfutter zugleich für das Bundesfinale qualifiziert, das im Juni stattfindet.

    „Wir freuen uns über das hervorragende Abschneiden unserer Auszubildenden – sie waren mit großer Ernsthaftigkeit und Begeisterung bei der Sache. Mit 'Playbizz' bringen wir ein Case-Study-Element in unsere Ausbildung ein. Das internetbasierte Format kommt bei den Azubis gut an, online fühlen sie sich zu Hause “, sagt Ulrich Arning, Geschäftsführer der Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co. KG. Fünf von insgesamt 42 Teams aus Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen hatten es in die Endrunde geschafft, die am 27. Mai auf Schloss Etelsen bei Bremen stattfand. Auf dem zweiten Platz landete das Team der ArcelorMittal Bremen GmbH, Dritter wurde die Kinnasand GmbH (Westerstede). Die Firma H. Kemper GmbH & Co. KG (Nortrup/Osnabrück) belegte den vierten und die Georg Schünemann GmbH (Bremen) den fünften Platz.

    Spielerisch zum Unternehmer werden

    Das Wirtschaftsplanspiel „Playbizz“ gibt es seit dem Jahr 2010 bundesweit. Es ist ein Angebot der Bildungswerke der Wirtschaft, in Niedersachsen des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) – in Kooperation mit Arbeitgeberverbänden. Auszubildende schlüpfen dabei in die Rolle von Managern, um unternehmerische Entscheidungen zu treffen – etwa zu Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Personal und Finanzen. Alles wie in einem „richtigen“ Unternehmen.

    Das digitale Lernformat kommt bei den Jugendlichen gut an. Denn „Playbizz“ ist ein sogenanntes Fernplanspiel, es verbindet die Auszubildenden online miteinander. Die teilnehmenden Teams erhalten ein Handbuch und Zugangsdaten zur Website des Online-Planspiels. Auf der virtuellen Oberfläche erarbeiten sie Entscheidungen, die sie virtuell an die Spielleitung senden. „Rückläufige Bewerberzahlen führen dazu, dass die regionalen Unternehmen dringend Nachwuchs für die Azubi-Stellen suchen. Spielerische Ansätze wie eine Juniorfirma erhöhen das Interesse für unternehmerisches Denken und sind geeignet, insgesamt die Attraktivität der Ausbildung zu erhöhen“, sagt Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des BNW. „Den diesjährigen Siegern gratulieren wir sehr herzlich!“

    Das Wirtschaftsplanspiel bezieht alle Geschäftsbereiche mit ein und fördert so ein übergreifendes Verständnis für betriebliche Zusammenhänge. Es setzt auch bewusst auf ein neues Lernformat mit dem Ziel, die Ausbildung aufzuwerten und dadurch attraktiver zu machen. Bestenfalls wird über „Playbizz“ nicht nur Einblick gewährt in unternehmerisches Denken und Handeln, sondern darüber hinaus Interesse geweckt an beruflich-unternehmerischen Perspektiven.

    Offen für Azubis aller Richtungen

    „Playbizz“ steht Auszubildenden aller Ausbildungsrichtungen offen und wendet sich gleichermaßen an gewerblich-technische und kaufmännische Berufseinsteiger. Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen abseits der Ballungszentren bietet sich mit „Playbizz“ die Chance, einen besonderen Akzent zu setzen, mit dem sie sich von anderen regionalen Mitbewerbern positiv abheben.

     Weitere Informationen finden Sie hier.

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  • 22.03.2019 - Stellungnahme des BNW zur Online-Petition "Berufseinstiegsbegleitung an niedersächsischen Schulen fortsetzen"

    Zur Stellungnahme >

    Hannover, 22.03.2019

     Stellungnahme des BNW zur Online-Petition "Berufseinstiegsbegleitung an niedersächsischen Schulen fortsetzen"

    Die Online-Petition vom 21.02.2019, mit der sich für die Fortführung der Bildungsmaßnahme „Berufseinstiegsbegleitung“ eingesetzt wird, wurde von einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter des BNW als Privatperson initiiert. Es handelt sich nicht um eine BNW-Petition.

     

    Das BNW als von Arbeitgeber- und Unternehmensverbänden getragenem Bildungswerk führt einen stetigen gesellschaftlichen Dialog zur Begleitung des Berufseinstiegs von Schülerinnen und Schülern.  Vor dem Hintergrund offener Ausbildungsplätze auf der einen Seite und jungen Bewerbern, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, auf der anderen Seite weisen wir regelmäßig auf die hohe gesellschaftliche Relevanz einer guten Berufsorientierung und Begleitung in den Schulen hin.

    Die Arbeit der derzeit rund 200 Berufseinstiegsbegleiter des BNW an 130 Schulen in ganz Niedersachsen trägt in entscheidendem Maße dazu bei.

     

    Die Entscheidung, ob eine solche, üblicherweise zeitlich begrenzte Maßnahme fortgeführt wird, liegt aber bei den politischen Leistungsträgern als finanzielle Förderer.

  • 13.11.2018 - 94 Prozent der Unternehmen wollen ,lebensbegleitendes Lernen' doch der Rückstand ist noch groß

    Hannover, 13.11.2018. Berufliche Weiterbildung ist für eine sich rasant weiterentwickelnde Industrie- und Informationsgesellschaft essenziell - und sollte ganz oben auf der Agenda stehen.

     Hannover, 13.11.2018. Berufliche Weiterbildung ist für eine sich rasant weiterentwickelnde Industrie- und Informationsgesellschaft essenziell – und sollte ganz oben auf der Agenda stehen. In den Unternehmen klaffen jedoch Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Dies ist das Ergebnis einer Befragung unter 205 Unternehmern und Personalverantwortlichen, die das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) vom 25. April bis 10. September durchgeführt hat.


    So sind 94 Prozent der Befragten der Ansicht, dass es in jedem Unternehmen eine „ausgeprägte Lernkultur“ geben sollte. Vier von fünf Unternehmens-verantwortlichen sind zudem überzeugt, dass kontinuierliche betriebliche Weiterbildung die Wettbewerbsfähigkeit erhöht und ein wirksames Instru-ment zur Mitarbeiterbindung darstellt. Jedoch hapert es an der Umsetzung:
    Denn 56 Prozent geben an, für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter noch nicht genug zu tun.

    „Die Zahlen belegen, in welch hohem Maße die Anstrengungen noch ver-stärkt werden müssen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu
    sichern“, sagt Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des Bildungs-werks der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW). „Auch im digitalen Zeitalter bleibt der Mensch mit seinen Kompetenzen der relevante Wirtschaftsfaktor. Der Weiterentwicklung der Mitarbeiter kommt in Zukunft sogar eine noch bedeutendere Rolle zu. Gefragt ist eine neue Lernkultur, bei der Lernen und Arbeiten selbstverständlich ineinandergreifen.“

    Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Nieder-sachsen e.V. (UVN) ergänzt: „Unternehmen wissen sehr genau, dass sie den Herausforderungen des digitalen Wandels deutlich besser begegnen können, wenn sie ihre Mitarbeiter weiterentwickeln. Um dem Fachkräftemangel ent-gegenzuwirken, investieren sie umfassend in die Fortbildung ihrer Mitarbei-ter. Dabei dürfen sie nicht alleingelassen werden: Politik muss auch die Unternehmen bei der Weiterbildung unterstützen.“

    Staat soll sich an den Kosten beteiligen

    Um Anspruch und Wirklichkeit in Einklang zu bringen, sehen die befragten Unternehmer und Personalverantwortlichen staatlich unterstützte Fortbil-dungsfreistellungen als wichtige Option an (51 Prozent). Mehr „Training on the Job“, zum Beispiel Teilqualifizierung, Webinare, Förderkreise und Hospi-tationen, führe ebenfalls zum Ziel (47 Prozent). 33 Prozent setzen zudem
    auf externe Beratung, 32 Prozent auf den Erfahrungsaustausch mit anderen
    Unternehmen. Eine strategische Weiterbildungsplanung erachten hingegen nur 23 Prozent für notwendig.

    Aktuell investieren 59 Prozent der Unternehmen im Durchschnitt maximal 1.000 Euro je Mitarbeiter und Jahr in die betriebliche Weiterbildung. Lehr-gänge bei externen Bildungsanbietern sind dabei die häufigste Form (57 Prozent), gefolgt von Inhouse-Seminaren und -Workshops sowie „Training on the Job“ (Einarbeitung und Training) mit 52 beziehungsweise 51 Prozent.

    Den höchsten Weiterbildungsbedarf sehen die Befragten bei berufsspezi-fischen Fachkompetenzen (63 Prozent) sowie bei Digitalisierungsprozessen und neuen Technologien (60 Prozent). Weit abgeschlagen ist das Interesse an Fremdsprachen und an interkulturellen Kompetenzen (17 beziehungs-weise 20 Prozent).

    Bei externen Bildungspartnern kommt es den Befragten neben einer kompe-tenten Beratung insbesondere auf die Praxisnähe sowie auf die Qualität an (jeweils 83 Prozent). Diese Komponenten sollten in einem ausgewogenen Preis-Leistungsverhältnis (76 Prozent) stehen.

    Neue Lernkultur ist schon im Entstehen

    Um Mitarbeiter zur Weiterbildung zu motivieren, beteiligen sich 49 Prozent der Unternehmen an den Kosten für Kurse, Fahrten, Prüfungen und Lern-mittel. Viele stellen außerdem bezahlt von der Arbeit frei (42 Prozent) oder erlauben das Lernen während der Arbeitszeit, wenn die Arbeitsauslastung
    dies zulässt (40 Prozent).

    Doch auch die Mitarbeiter sind gefragt, betont Tobias Lohmann: „Weiterbil-dung im Sinne eines lebensbegleitenden Lernens ist ein stetiger strategischer Prozess. Hier kommt es insbesondere auf die Eigenverantwortung und -initiative jedes Einzelnen an, sich stärker als bisher in die eigene Weiterbil-dung einzubringen.“

     

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    Lebensbegleitendes Lernen

  • 25.06.2018 - Erfolgreicher Abschluss: Mit 'Back2Job' gelingt weiblichen MINT-Fachkräften der Wiedereinstieg ins Berufsleben

    Hannover, 25. Juni 2018. Der zweite Projektdurchlauf von Back2Job fand heute einen erfolgreichen Abschluss.

    Hannover, 25. Juni 2018.

     Hannover, 25. Juni 2018. Der zweite Projektdurchlauf von „Back2Job“ fand heute einen erfolgreichen Abschluss. Seit Anfang Juli 2017 begleitete das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) 24 Teilnehmerinnen im Alter von 27 bis 47 Jahren aus 15 Ländern nach Elternzeit und Familienphase beim Wiedereinstieg in ihren Ursprungsberuf. Bei der Abschlussveranstaltung feierten 92 Gäste, darunter Teilnehmerinnen, Projektpartnerinnen, Partner und Förderer, die jüngsten Erfolge.

    Hervorragende Bilanz – Sieben Frauen starteten vorzeitig in ein Arbeitsverhältnis

    Bis dato haben bereits über 50 Prozent der Frauen eine Wiedereinstellung erreicht – sieben Teilnehmerinnen sind in einem festen Arbeitsverhältnis, vier weitere starten bis zum 1. Juli in ihren neuen Job. Die anderen Frauen befinden sich unter anderem in Vertragsverhandlungen oder im Praktikum. Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des BNW, erklärt den Projekterfolg: „Das Besondere an dem Projekt ‚Back2Job‘ ist die Kombination aus betrieblichen Praktika und theoretischer Wissensvermittlung. So gelingt es, die Potenziale der Frauen gezielt zu stärken, sie auf den neusten Stand der Technik zu bringen und sie in kürzester Zeit mit aktuellen Kenntnissen zurück in den Job zu vermitteln. Davon profitieren Teilnehmerinnen, Partnerunternehmen und letztlich die niedersächsische Wirtschaft – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

    „Back2Job“ sichert der Region Hannover weibliche Fachkräfte

    Ebenso stolz auf den zweiten großen Projekterfolg zeigt sich Ute Stahlmann, Abteilungsleiterin Wirtschaftsordnung und Arbeitsmarkt, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung: „In Niedersachsen ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im MINT-Bereich besonders groß. Da liegt es nahe, das bereits vorhandene Potenzial der Frauen für genau diese Berufe zu nutzen.“ Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, ergänzt: „Das Projekt ‚Back2Job‘ trägt dazu bei, dass hochqualifizierte Frauen nach einer Familienphase schnell wieder in den Beruf zurückfinden. Eine stärkere Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt und bessere Aufstiegschancen für Frauen in Unternehmen sind zentrale Hebel gegen den Fachkräftemangel. Daher hat die Fachkräfteallianz Hannover auch den zweiten Durchgang des Projekts gern unterstützt.“

    Mit der Verknüpfung von Praxis und Theorie an frühere Erfolge anknüpfen

    Neue Technologien und kurze Innovationszyklen erschweren den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen nach langer Familienpause. Das erlebte auch Lisa-Marie Pudrycki, die während des Studiums Kinder bekam und vergangenes Jahr ohne Berufserfahrung in den Beruf einsteigen wollte: „Da ich örtlich gebunden bin, war es für mich schwierig, passende Stellen zu finden – insbesondere deshalb, weil die Stellen in der Biotechnologie für Hochschulabsolventen rar sind. Daher freue ich mich, dass ich an dem Projekt teilnehmen durfte. Mir hätte nichts Besseres passieren können.“ Seit dem 18. Juni hat sie über den Dienstleister Hays eine Festanstellung bei einem weltweit operierenden Pharmaunternehmen in der Biotechnologie.

    Teilnehmerin Nadezda Melekhova betont, dass Back2Job ihr geholfen habe, im Bewerbungsverfahren selbstbewusster und motivierter aufzutreten. „In der Coachingphase beim BNW habe ich zudem gelernt, alles unter einen Hut zu bringen – Vorlesungen, Sprachkurse, Haushalt, Familie und Beruf“, so
    die studierte Maschinenbauingenieurin aus Russland. Nach einem Praktikum bei TÜV Nord, das ihr unter anderem geholfen hat, die deutsche Arbeitskultur kennenzulernen, winkt ihr nun ein Vorstellungsgespräch.

    Über „Back2Job“

    Das Projekt „Back2Job – Ingenieurinnen gesucht!“ wurde in der Region Hannover 2016 ins Leben gerufen und zielt darauf ab, Frauen mit Fachkenntnissen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft
    und Technik, den so genannten MINT-Berufen, nach einer beruflichen Auszeit beim Wiedereinstieg ins Berufsleben zu begleiten. Kurze Innovationszyklen erschweren in MINT-Berufen die Rückkehr ins Arbeitsleben. Speziell für Frauen nach einer – meist familienbedingten – beruflichen Auszeit führt das
    Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) im Auftrag der Fachkräfteallianz daher das Projekt „Back2Job“ bereits im zweiten Durchlauf erfolgreich durch. Im Vordergrund stehen betriebliche Praktika („Training on the Job“) in Kombination mit einer Erweiterung und Auffrischung des Fachwissens an der Leibniz Universität Hannover und der Hochschule Hannover.

    Das Projekt kommt nicht nur wiedereinstiegswilligen Frauen zugute – „Back2Job“stärkt auch die Region als Wirtschaftsstandort, indem es Fachkräftepotenziale erschließt. Finanziert wird „Back2Job“ vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie von der Region Hannover, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter. „Back2Job“ überzeugte auch die Europäische Union und gelangte 2017 unter die fünf Finalisten in der Kategorie „Empowerment und aktive Teilhabe von Frauen“ des von der EU ausgelobten „RegioStars Award“. Mit der Auszeichnung ehrt die Europäische Union jährlich innovative EU-Projekte auf lokaler Ebene, die als Inspiration für andere Regionen dienen können.

    Ansprechpartnerin für „Back2Job“:

    Ayten Berse
    Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW)
    Hamburger Allee 12-16
    30161 Hannover
    Tel: (0511) 36717610
    E-Mail: ayten.berse@bnw.de

    Über das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW)

    Das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) ist ein Bildungsunternehmen, das Wirtschaft versteht und mit seinen zukunftsorientierten Lernlösungen einen wichtigen Beitrag für die Standortsicherung Niedersachsens leistet. Seit fast 50 Jahren ist das BNW der Partner für Lern- und Entwicklungsprozesse. Jedes Jahr begleiten wir über 52.000 Menschen dabei, ihre beruflichen Chancen zu erkennen und ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Mit seinen 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 57 Standorten steht das BNW für Verlässlichkeit und agiert ebenso vorausschauend wie schnell und flexibel.

    Pressekontakt:

    Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft
    gemeinnützige GmbH
    Höfestr. 19-21
    30163 Hannover

     

    Maike Körber
    Referentin Unternehmenskommunikation
    Tel.: (0511) 961 67 97
    E-Mail: maike.koerber@bnw.de
    www.bnw.de

     

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    Teilnehmer*innen der Abschlussveranstaltung Back2Job

  • 16.03.2018 - Unterstützung 'aus einer Hand' erleichtert die Integration

    Für Menschen aus anderen Ländern ist es oft schwierig, sich im ungewohnten deutschen Bildungs- und Sozialsystem zurechtzufinden. Besonders dann, wenn ...

    Für Menschen aus anderen Ländern ist es oft schwierig, sich im ungewohnten deutschen Bildungs- und Sozialsystem zurechtzufinden. Besonders dann, wenn sie keine oder nur geringe Sprachkenntnisse haben. Auch der Kontakt zu Behörden ist deshalb häufig mit Hürden verbunden. Die Maßnahme „Alles aus einer Hand“ unterstützt Migranten und Geflüchtete, die vom Jobcenter Region Hannover Leistungen beziehen, schneller auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Damit das gelingt, sind Mitarbeiter des Jobcenters in das Team vor Ort integriert.

    „Alles aus einer Hand“ richtet sich an anerkannte Flüchtlinge und Menschen, die aus anderen Ländern in die Region Hannover gezogen sind und einen Integrationskurs belegen. Ebenso können aber auch Menschen mit Migrationshintergrund teilnehmen, die schon länger in Deutschland leben. Voraussetzung ist, dass das Jobcenter bei ihnen einen besonderen Unterstützungsbedarf bei der Integration in den Arbeitsmarkt festgestellt hat. Der Integrationskurs bleibt der zentrale Pfeiler bei der Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft. Die Maßnahme „Alles aus einer Hand“ ergänzt die Integrationskurse um wichtige Bausteine zur Integration in den Arbeitsmarkt. Damit die Teilnehmer parallel zu „Alles aus einer Hand“ einen Integrationskurs besuchen oder einer Nebenbeschäftigung nachgehen können, ist die Maßnahme grundsätzlich in Teilzeit möglich.

    Träger der Maßnahme ist das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH (BNW) in einer Bietergemeinschaft mit dem Berufsfortbildungswerk Gemeinnützige Einrichtung des DGB (bfw) und der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen e.V. Die Job-Coaches des Trägers bilden gemeinsam mit den Sozialpädagogen und vier Mitarbeitern des Jobcenters ein Team. „Deshalb haben wir  die Maßnahme „Alles aus einer Hand“ genannt“, erklärt Dietmar  Langer, Mitglied  der  Geschäftsführung  des  Jobcenters  Region Hannover.  „Indem  wir  die wichtigsten Ansprechpartner direkt vor Ort haben, können wir auf die Situation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer schnell und sehr individuell eingehen, Fragen klären und weitere Schritte vorbereiten.“

    „Die Integration von Geflüchteten in Arbeit zählt zu den großen Veränderungsprozessen innerhalb von Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des BNW. „Hier müssen alle Partner an einem Strang ziehen. Wir haben als arbeitgebergetragenes Bildungswerk dafür schon 2016 die Sozialpartnerinitiative IntegrationS mit ins Leben gerufen. Alles aus einer Hand ist das dritte große Projekt dieses bundesweit einmaligen Verbunds. Das Zwei-Stufen-Modell aus Kompetenzfeststellung und Qualifizierung bereitet die Teilnehmer bestmöglich auf die Anforderungen in der Arbeitswelt vor.“ Die Maßnahme beginnt mit der fünftägigen „Clearing“-Phase. In dieser Woche wird festgestellt, über welche beruflichen Erfahrungen die Teilnehmer verfügen, und es wird das Sprachniveau mittels Test eingestuft. In der anschließenden „Aktivierungs-Phase“ erhalten die Teilnehmer dann Berufskunde, wobei viel Wert auf die Praxis gelegt wird. In sechs Fachbereichen können sie geschult und qualifiziert werden, darunter Friseur und Kosmetik, Pflege sowie Metall und Holz. Weitere Inhalte sind Bewerbungsstrategien, Gesundheitsthemen und berufsbezogene Sprachkenntnisse. Wenn möglich, sollen die Teilnehmer auch Praktika in Betrieben absolvieren.

    Die Dauer der zweiten Phase ist abhängig vom individuellen Stand der Teilnehmer. In der Regel ist eine Teilnahme von sechs bis zwölf Monaten vorgesehen. Die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, begrüßt das Konzept von „Alles aus einer Hand“: „Die Arbeitsmarktintegration ist neben dem Spracherwerb eine ganz entscheidende Wegmarke für die zu uns geflüchteten Menschen, um auch mit dem Herzen Teil unserer Gesellschaft zu werden. Arbeit dient nicht nur dem Broterwerb, sondern ist sinnstiftend, verleiht Identität und verschafft den Menschen ein Zugehörigkeitsgefühl zur Gesellschaft“, sagt sie. „Von daher greift die Maßnahme „Alles aus einer Hand“ des Jobcenter Region Hannover genau an der richtigen Stelle.“ 

    Doris Schröder-Köpf hat angekündigt, die Maßnahme zu besuchen, um sich persönlich über das Konzept zu informieren.

     

    PK Alles aus einer Hand

  • 19.10.2017 - Fachkräftetage Niedersachsen 2017 in Delmenhorst

    Potenziale pflegen: Pflegefachschule und Bildungswerk geben Einblicke in ein spannendes Berufsfeld Die Fachkräftesicherung ist für die lokale Wirtsch ...

    Potenziale pflegen: Pflegefachschule und Bildungswerk geben Einblicke in ein spannendes Berufsfeld

    Die Fachkräftesicherung ist für die lokale Wirtschaft eine zentrale Herausforderung. Nach wie vor haben hiesige Unternehmen große Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Daher werden nach einem Aufruf von Wirtschaftsminister Olaf Lies bis Sonnabend lokale Fachkräfteveranstaltungen durchgeführt. Das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) hat an seinen flächen-deckenden Standorten die Akteure aktiv ins Boot geholt und eine Fachkräfteoffensive gestartet.

    Delmenhorst. Die Berufsfachschule Altenpflege und das BNW haben gestern einen Tag der offenen Tür in der Berufsfachschule Altenpflege veranstaltet. Eingeladen waren auch Schüler, die sich beruflich orientieren möchten. „Unsere Aufgabe ist es, Schülerinnen und Schülern Orientierung im Hinblick auf eine individuell passende Berufswahl zu geben. In unseren Stärken- und Schwächenanalysen während der Berufsorientierungstage stellen die Schüler häufig fest, dass ein handfester Einstieg in einen Beruf ihnen viel mehr zusagt als weitere Jahre Theorie im Studium. Die Pflege bietet einen solchen praktischen Einstieg, und gut ausgebildete Fachkräfte haben selbstverständlich auch in diesem Bereich sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten“, erklärte Tobias Lohmann, Sprecher der BNW-Geschäftsführung.

    Rund 90 Besucher waren der Einladung in die Pflegefachschule Friedrich-Ebert-Allee gefolgt, um sich über die Perspektiven des Pflegebereichs zu informieren, davon allein 70 Schüler. Sie kamen mit Experten, Fachkräften und Auszubildenden ins Gespräch über das Aufgabenfeld der Pflege. Bei einem Rundgang durch die Berufsfachschule erfuhren die Schüler neben praktischen Übungen, zum Beispiel mit einem Pflegerollstuhl, viele interessante Details über die Tätigkeiten in den Pflegeberufen.
     
    „Mit der weiter zunehmenden Alterung der Bevölkerung wird der Bedarf an Pflegekräften noch stärker steigen, was dazu führt, dass sowohl die Einstiegs- als auch die Aufstiegsmöglichkeiten im Pflegebereich sehr gut sind“, stellte die Leiterin der Pflegeschule, Jutta Lippok, bereits im Vorfeld fest. „Es ist gar nicht so einfach, Nachwuchs im Pflegebereich zu finden. Gerade vor diesem Hintergrund freuen wir uns über so viel Resonanz von Jugendlichen, die die Schule besichtigt haben“, fasste der stellvertretende Pflegeschulleiter Dr. Theodor Müller den Tag zusammen.

    „Wir sind froh, dass wir heute gemeinsam mit einer tollen Aus- und Weiterbildungsinstitution neue Einblicke in ein Berufsfeld vermitteln konnten, das vielfach unterschätzt wird. Um die großen Fachkräftelücken zu schließen, ist es wichtig, dass sich die Akteure vor Ort zusammentun und über interessante Berufe informieren, die den Auszubildenden eine gesicherte berufliche Zukunft und Entwicklungschancen bieten. Aber auch ältere Arbeitnehmer, die beruflich gerne noch einmal etwas anderes machen möchten, haben im Pflegebereich eine Reihe von Möglichkeiten“, sagte BNW-Regionalleiter Hartmut Lindemann.

    Hintergrund: Fachkräftetage

    In den 2020er Jahren werden die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausscheiden, und Nachwuchskräfte sind knapp. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kommen IAB-Kurzbericht 9/2015 zu dem Ergebnis, dass der Bedarf an Akademikern in den kommenden Jahren gedeckt werden könnte, sich aber große Fachkräftelücken auf der mittleren Qualifikationsebene abzeichnen. Danach wird ein Mangel dort prognostiziert, wo ein Hochschulabschluss gar nicht nötig ist, zum Beispiel in der Gesundheits- und Krankenpflege. Hier hat sich die Fachkräftesituation in den letzten fünf Jahren so zugespitzt, dass sie erst­mals in den Top 10 der sogenannten Engpassberufe auftaucht.

    Wegen der regionalen Unterschiede bei sogenannten Engpassberufen braucht Niedersachsen neben zentralen Konzepten auch Akteure auf lokaler Ebene, die gezielte Werbeaktionen zur Gewinnung von Fachkräften starten sowie Arbeitsuchende qualifizieren und vermitteln.

    Die Fachkräftetage Niedersachsen vom 16. bis 21. Oktober, initiiert vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium und der Fachkräfteinitiative Niedersachsen, führen die Akteure vor Ort zusammen. Das BNW beteiligt sich als langjähriger Partner der Fachkräfteinitiative auch dieses Jahr wieder daran. Insgesamt stehen acht landesweite BNW-Veranstaltungen mit den Schwerpunkten Inklusion, Energiewirtschaft, Pflege und Migration auf dem Programm. Einbezogen werden sowohl unterschiedliche Branchen als auch mehrere Zielgruppen, zum Beispiel Schüler oder Arbeitnehmer, die ihre Fähigkeiten weiterentwickeln wollen.

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  • 17.10.2017 - Fachkräftetage Niedersachsen 2017 in Wilhelmshaven

    Nachwuchskräfte in Wilhelmshaven halten: Arbeitgeberverband und Bildungswerk wollen Schülern Jobs in Energiewirtschaft schmackhaft machen Die Fachkräf ...

    Nachwuchskräfte in Wilhelmshaven halten: Arbeitgeberverband und Bildungswerk wollen Schülern Jobs in Energiewirtschaft schmackhaft machen

    Die Fachkräftesicherung ist für die lokale Wirtschaft eine zentrale Herausforderung. Nach wie vor haben hiesige Unternehmen große Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Daher werden nach einem Aufruf von Wirtschaftsminister Olaf Lies von heute an lokale Fachkräfteveranstaltungen durchgeführt. Das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) hat an seinen flächen-deckenden Standorten die Akteure aktiv ins Boot geholt und eine Fachkräfteoffensive gestartet.

    Wilhelmshaven. In ein entscheidendes Wachstumsfeld unserer Region kommt Bewegung: Wilhelms-havens Position als eine der größten Energiedrehscheiben Deutschlands wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut. Um dieses Potenzial nutzen zu können, müsse jetzt vor allem auch an die berufliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern gedacht werden, sagte Oberregierungsrat Stefan Friedrich vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr heute beim „Energie-Forum“ im Rahmen der Fachkräftetage Niedersachsen in Wilhelmshaven – und hob damit die immense Bedeutung von aktuellen und zukünftigen Fachkräften für die wirtschaftliche Entwicklung in Stadt und im Landkreis hervor.

    „Unsere Aufgabe ist es, Schülerinnen und Schülern Orientierung im Hinblick auf eine individuell passende Berufswahl zu geben. In unseren Stärken- und Schwächenanalysen während der Berufsorientierungstage stellen die Schüler häufig fest, dass ein praktischer Einstieg in einen Beruf ihnen viel mehr zusagt als weitere Jahre Theorie im Studium. Wir vermitteln ihnen dann gemeinsam mit unserem großen Netzwerk spannender Firmen, dass Ausbildung Spaß macht und dass Fachkräfte nach einer dualen Berufsausbildung durchaus sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten haben“, erklärte Tobias Lohmann, Sprecher der BNW-Geschäftsführung. Lohmann sagte weiter, es gelte nicht nur, Fachkräfte zu finden, sondern auch ihre berufliche Entwicklung zu fördern. Dies gelinge nur in Zusammenarbeit mit Betrieben und begleitenden Institutionen. Es erfordere insgesamt auch ein anderes Verständnis des Lernens im Sinne eines fortlaufenden Entwicklungsprozesses. Das BNW als Bildungsexperte habe sich dieses Konzept auf die Fahnen geschrieben und treibe das lebenslange Lernen im Netzwerk mit der niedersächsischen Wirtschaft aktiv voran.

    In Wilhelmshaven waren rund 30 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Institutionen der Einladung des BNW in die Schillerstraße gefolgt, um über die Perspektiven des Wirtschaftsstandorts für die jüngere Generation zu sprechen. Zahlreiche weitere Besucher kamen während einer Ausstellung am Nachmittag mit lokalen Unternehmen des Energiesektors ins Gespräch. Aber welche Arbeitsfelder dieser Branche bieten aktuell eigentlich die besten Ein- und Aufstiegschancen? Darüber gab ein Impulsvortrag von Professor Alwin Burgholte, langjähriger Dozent der Jade Hochschule, Auskunft. Ihm zufolge werde die Abhängigkeit von der Elektrizität hierzulande stetig zunehmen.

    Für Wilhelmshaven bedeute das: Viel Fachkräftebedarf in konventionellen Arbeitsgebieten wie Automatisierungs- und Kraftwerktechnik, aber vor allem entstünden sehr viele neue Arbeitsfelder, etwa in Netzerneuerung und -ausbau sowie in der Elektromobilität, so der Experte.

    Diese können jedoch nur gemeinsam erschlossen werden: „Als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. wollen wir Wachstum und Entwicklung im Jade Wirtschaftsraum voranbringen. Dazu gehört es, die richtigen Partner an einen Tisch zu bekommen und zusammen die Potenziale auszuloten. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir das Wirtschaftsministerium für einen Besuch heute gewinnen konnten, und wir hoffen, die gute Zusammenarbeit mit dem Ziel einer effektiven Fachkräftesicherung an unserem Wirtschaftsstandort weiter intensivieren zu können“, sagte Henning Wessels, Bildungsreferent beim Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e. V.

    Hintergrund der Fachkräftetage

    In den 2020er Jahren werden die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausscheiden, und Nachwuchskräfte sind knapp. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kommen zu dem Ergebnis[1], dass der Bedarf an Akademikern in den kommenden Jahren gedeckt werden könnte, sich aber große Fachkräftelücken auf der mittleren Qualifikationsebene abzeichnen. Danach wird ein Mangel dort prognostiziert, wo ein Hochschulab-schluss gar nicht nötig ist, zum Beispiel in vielen Berufen des Handwerks und den hoch spezialisierten technischen Berufen in den Bereichen Elektronik, IT und Metall.

    Wegen der regionalen Unterschiede bei sogenannten Engpassberufen braucht Niedersachsen neben zentralen Konzepten auch Akteure auf lokaler Ebene, die gezielte Werbeaktionen zur Gewinnung von Fachkräften starten sowie Arbeitsuchende qualifizieren und vermitteln.

    Die Fachkräftetage Niedersachsen vom 16. bis 21. Oktober, initiiert vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium und der Fachkräfteinitiative Niedersachsen, führen die Akteure vor Ort zusammen. Das BNW beteiligt sich als langjähriger Partner der Fachkräfteinitiative auch dieses Jahr wieder daran. Insgesamt stehen acht landesweite BNW-Veranstaltungen mit den Schwerpunkten Inklusion, Energiewirtschaft, Pflege und Migration auf dem Programm. Einbezogen werden sowohl unterschiedliche Branchen als auch mehrere Zielgruppen, zum Beispiel Schüler oder Arbeitnehmer, die ihre Fähigkeiten weiterentwickeln wollen.

    Für Wilhelmshaven hat das BNW die Energiewirtschaft als Schlüsselthema ausgewählt. In Stadt und Landkreis unterstützen die Bildungsexperten jährlich mehr als 750 Schüler dabei, ihren Übergang von der Schule ins Berufsleben erfolgreich zu meistern. Die Perspektiven für Schulabgänger als künftige Fachkräfte der Energiewirtschaft stehen dabei zunehmend im Fokus.

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    [1] Quelle: IAB-Kurzbericht 9/2015, www.iab.de > Publikationen > IAB-Kurzbericht

  • 16.10.2017 - Start der Fachkräftetage Niedersachsen 2017 in Leer

    Inklusion von Menschen mit Handicap in die Arbeitswelt stärkt den Wirtschaftsstandort Ostfriesland Die Fachkräftesicherung ist für die lokale Wirtscha ...

    Inklusion von Menschen mit Handicap in die Arbeitswelt stärkt den Wirtschaftsstandort Ostfriesland

    Die Fachkräftesicherung ist für die lokale Wirtschaft eine zentrale Herausforderung. Nach wie vor haben hiesige Unternehmen große Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Daher werden nach einem Aufruf von Wirtschaftsminister Olaf Lies von heute an lokale Fachkräfteveranstaltungen durchgeführt. Das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) hat an seinen flächen-deckenden Standorten die Akteure aktiv ins Boot geholt und eine Fachkräfteoffensive gestartet.

    Emden/Leer. Ob Ingenieure oder Lehrer – so mancher Arbeitgeber sucht derzeit vergeblich Arbeit-nehmer, und das auch in den Ausbildungsberufen in Metall- und Elektroindustrie sowie in der Pflege. Wo in der eigenen Region kaum Arbeitnehmer mit passenden Qualifikationen verfügbar sind, können Firmen viele Ressourcen in überregionale Rekrutierung stecken – oder sie können einfach umdenken. Denn es gibt sie: Stille Reserven, die auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind. Das sind zum Beispiel Menschen mit Handicap, die bei der Arbeitssuche häufig Absagen kassieren. Oft sind Informations-defizite die Ursache, weil hohe rechtliche und bürokratische Hürden vermutet werden.

    Mit der richtigen Beratung und praktischer Unterstützung ist eine Behinderung jedoch kein Hindernis, sondern wird zu einer echten Chance für Unternehmen und damit für den gesamten Wirtschafts-standort Ostfriesland. Ein lokales Beispiel dieser Win-win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist die Inklusionsagentur Leer (INA), die seit fast zwei Jahren erfolgreich arbeitet und die heute Vormittag einer der Schwerpunkte der Veranstaltung „Chance Inklusion“ im Rahmen der Fachkräftetage in Leer war.

    „Es kommt aus meiner Sicht ganz wesentlich darauf an, Menschen mit Handicap durch eine Teilhabe am Arbeitsleben insgesamt ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, sagte heute Landrat Matthias Groote vor den 40 Gästen. Der SPD-Politiker hatte die Schirmherrschaft für den lokalen Fachkräftetag in der Berufsakademie Ost-Friesland übernommen. Groote sagte weiter, er sehe den heutigen Tag als eine „Kick-off-Veranstaltung“ zu einem Thema, bei dem Politik, Verwaltung und Wirtschaft noch viel stärker zusammenarbeiten müssten.

    „Wir begegnen den Menschen auf Augenhöhe und begleiten sie so, dass sie den aktuellen Anforderungen der Arbeitswelt gerecht werden. Als Bildungsexperte ist es uns sehr wichtig, gerade Menschen mit Handicap während ihrer gesamten Berufsbiographie zu unterstützen. Das bedeutet, wir bereiten sie nicht nur auf das Arbeitsleben vor, sondern wir begleiten sie auch nach dem Eintritt in den Job weiter. Dafür benötigen wir natürlich die Unterstützung der Unternehmen und den stetigen Austausch mit ihnen“, sagte Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des BNW in seiner Begrüßungsrede.

    „Wir begrüßen die Zusammenarbeit sehr und bekommen viele positive Rückmeldungen aus den Unternehmen zur Inklusion von Menschen mit Handicap in die Betriebe. Inklusion muss jedoch schon in der Schule beginnen. Ich habe mit vielen Lehrern gesprochen, die sich dieser Herausforderung sehr engagiert stellen und gute Konzepte vorlegen. Diese scheitern jedoch oft an einer sehr dünnen Personaldecke, die von der Politik schnellstmöglich nachgebessert werden sollte“, gab Johann Doden, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes für Ostfriesland und Papenburg, zu bedenken.

    Morgen ab 10 Uhr geht die Fachkräfteoffensive in Emden weiter. Dort lädt das BNW unter dem Motto „Arbeitswelt Deutschland“ Menschen mit Migrationshintergrund in die Abdenastraße 4 zu einem Bewerbungscoaching ein.

    Hintergrund der Fachkräftetage

    Aufgrund des demografischen Wandels gehen bald viele Beschäftigte in Rente, und Nachwuchskräfte sind knapp. Fachkräfteengpässe sind aber nicht in jeder niedersächsischen Region gleich groß, in Ostfriesland sind die Herausforderungen jedoch deutlich spürbar. 46,2 Prozent beträgt laut einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln aus dem Jahr 2016 hier die sogenannte Engpassquote. Sie gibt an, wie viele Stellen innerhalb einer Region in Engpassberufen im Verhältnis zu Nicht-Engpassberufen ausgeschrieben wurden. Gerade wegen der regionalen Unterschiede braucht Niedersachsen neben zentralen Konzepten auch Akteure auf lokaler Ebene, die gezielte Werbe-aktionen zur Gewinnung von Fachkräften starten sowie Arbeitsuchende qualifizieren und vermitteln.

    Die Fachkräftetage Niedersachsen vom 16. bis 21. Oktober, initiiert vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium und der Fachkräfteinitiative Niedersachsen, führen die Akteure vor Ort zusammen. Das BNW beteiligt sich als langjähriger Partner der Fachkräfteinitiative auch dieses Jahr wieder daran. Insgesamt stehen acht landesweite BNW-Veranstaltungen mit den Schwerpunkten Inklusion, Energiewirtschaft, Pflege und Migration auf dem Programm. Einbezogen werden sowohl unterschiedliche Branchen als auch mehrere Zielgruppen, zum Beispiel Schüler oder Arbeitnehmer, die ihre Fähigkeiten weiterentwickeln wollen.

    Für Leer hat das BNW das Thema Inklusion als Schlüsselthema ausgewählt. Als Bildungsträger der Wirtschaft weiß das BNW um die Bedürfnisse der Unternehmen und hat ein ausgeprägtes Gespür für Bildungstrends. Gleichzeitig besteht jahrelange Erfahrung  mit der Integration von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in das Berufsleben. Jährlich unterstützt das Bildungswerk rund 5.000 Menschen in beruflicher Rehabilitation dabei, ihre Chancen zu erkennen und umzusetzen.
    Hinzu kommen zahlreiche praktische Beispiele erfolgreicher Inklusion von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Im Projekt INA erarbeiten pädagogische Mitarbeiter mit dem potenziellen Arbeitnehmer einen individuellen Tätigkeitsbereich, und der Jobcoach des BNW-Teams bringt daraufhin den Bewerber mit einem Betrieb passgenau zusammen.

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  • 12.06.2017 - Netzwerken für den Einstieg in einen MINT-Beruf: Rundgang mit jugendlichen Geflüchteten auf der IdeenExpo

    Der schnellste und zugleich nachhaltigste Weg für Zuwanderer in die Mitte der Gesellschaft führt über den Beruf. Doch um die Integration von Geflüchte ...

    Der schnellste und zugleich nachhaltigste Weg für Zuwanderer in die Mitte der Gesellschaft führt über den Beruf. Doch um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt erfolgreich zu gestalten, müssen erst einmal tradierte Integrationskonzepte, die nur den Spracherwerb und die berufliche Qualifikation in den Mittelpunkt stellen, über Bord geworfen werden.

    „Es hat sich gezeigt, dass die Geflüchteten so umfassend wie möglich begleitet werden müssen. Ein gutes Case-Management nimmt das gesamte Lebensumfeld in den Blick, hilft zügig bei Behördenfragen und vernetzt effektiv mit den richtigen Ansprechpartnern, um die Türen zu einem Job zu öffnen“, sagt Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung beim Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW).

    Mit den so genannten Prozessbegleitern geht das Land Niedersachsen bei der Integration von jugendlichen Geflüchteten in eine Ausbildung seit November vergangenen Jahres neue Wege: In den Regionen wurden zehn Prozessbegleiter eingesetzt, die als Koordinatoren vor Ort dienen. Als Ansprechpartner für die berufsbildenden Schulen begleiten sie die so genannten SPRINT-Dual-Klassen, die eine Brücke zwischen auslaufender Schulpflicht und Übergang in die Arbeitswelt schlagen.

    Cornelia Kölling ist eine von acht Prozessbegleitern, die das BNW im Auftrag des Landes beschäftigt. Sie ist in der Region Oldenburg tätig. Die beiden Berufsbildenden Schulen aus Cloppenburg BBS am Museumsdorf und BBS Technik, die von ihr betreut werden, haben sich dazu entschlossen an der IdeenExpo teilzunehmen. Die Schüler mit Fluchthintergrund aus den Sprach- und Integrationsklassen hatten damit die Möglichkeit, erstmalig an so einer besonderen Messe teilzunehmen und sich im Hinblick ihrer beruflichen Zukunft weiter zu orientieren. In diesen Wochen, vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres, bietet die IdeenExpo Möglichkeiten für technisch begabte Geflüchtete, mit der Berufswelt von Naturwissenschaften und Technik in Kontakt zu treten.

    Am Montag, 12. Juni, fuhren rund 40 Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren aus den zwei Berufsschulen zur IdeenExpo, um sich vor Ort den Zugang in einen MINT-Beruf zu eröffnen. Die Hälfte der Schüler hat einen Fluchthintergrund. „Wir wollen den jungen Geflüchteten zeigen: Diese Berufe, in denen auch ein großer Fachkräftemangel herrscht, sind für sie eine echte Perspektive“, sagte Kölling.

    Nach einer Führung mit den IdeenExpo-Scouts konnten sich die Schulklassen selbst umschauen. Die geflüchteten Jugendlichen nutzten die freie Zeit und suchten den Dialog mit den ausstellenden Firmen. Bei Volkswagen Nutzfahrzeuge zeigte ihnen Mitarbeiter Christian Werner ein kleines Gerät, mit dem es in Zukunft möglich sein wird, nach einem Unfall automatisch die Rettungskräfte zu alarmieren. „Die Digitalisierung wird immer präsenter, das merken auch unsere Azubis“, sagt Torsten Aumann vom Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen AG. Er zeigte dem 18-jährigen Jamalshah Timuri, der aus Afghanistan geflüchtet ist, wie ein Mikrocontroller programmiert wird. „Mir ist positiv aufgefallen, wie gut er sich auf die Aufgabe konzentriert hat. Die Übung hat ihm großen Spaß gemacht“, sagte Aumann. Ich freue mich, dass ich mich gut präsentieren konnte. Wenn ich mich für ein Praktikum bewerben möchte, habe ich gleich ein Gesprächsthema“, sagte Jamalshah Timuri. Sozialarbeiterin Rena Fortmann unterstrich, wie wichtig der Besuch für die Jugendlichen mit Fluchterfahrung war: „Die technischen Berufe und die vielen Innovationen, die hier anschaulich dargestellt  werden, sind eine ganz neue Welt für sie. Insofern war die IdeenExpo wichtig, um erste Erfahrungen zu sammeln, die sie auf ihrem weiteren Weg gut nutzen können.“

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    Die Fotos zu dieser Pressemitteilung finden Sie in unserer Rubrik "Pressefotos".

  • 08.02.2017 - 10 Jahre erfolgreiche Existenzgründungen mit dem BNW in Hannover

    Sein eigener Chef sein, die Leidenschaft zum Beruf machen – diesen Traum erfüllen sich viele mit dem eigenen Unternehmen. Auch für Arbeitssuchen ...

    Sein eigener Chef sein, die Leidenschaft zum Beruf machen – diesen Traum erfüllen sich viele mit dem eigenen Unternehmen. Auch für Arbeitssuchende ist die Existenzgründung ein Weg, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Im Auftrag des Jobcenters Region Hannover unterstützt das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) seit zehn Jahren ALG II-Empfänger bei ihrem Gründungsvorhaben. Von der Bestattungskünstlerin bis zum Hypnose-Therapeuten sind dabei schon einige erfolgreiche Geschäftsmodelle entstanden.

    Rechnet sich das Geschäftsmodell? Wie reagiert der Markt auf das neue Angebot? Und wie kurble ich das Geschäft an, wenn es mal nicht so gut läuft? Bei diesen und anderen Fragen unterstützen die Experten des BNW. Das wichtigste: Jede Neugründung soll auch zukunftsfähig sein. „Berufliche Selbstständigkeit kann der Weg in eine gesicherte Existenz sein“, sagt Birgit Jung, Mitglied der Geschäftsführung im Jobcenter Region Hannover. „Seit zehn Jahren profitiert das Jobcenter vom Fachwissen und der Erfahrung des BNW. Gemeinsam konnten wir viele Menschen dabei unterstützen, eine Selbstständigkeit aufzubauen oder zu erhalten.“ Rund 1000 Teilnehmer berät das BNW im Rahmen der Maßnahme pro Jahr. „Die Ideen und das Engagement unserer Teilnehmer begeistern uns immer wieder aufs Neue“, sagt Lars Knorr, der seit rund acht Jahren in der Gründungsberatung beim BNW arbeitet und seit 2015 als Teamleiter auch verantwortet. „Die meisten unserer Teilnehmer wollen ihre Leidenschaft zum Beruf machen und sind dafür hochmotiviert.“ Umso härter sei es, wenn die BNW-Experten den Gründungswilligen auch mal zurück auf den Boden der Tatsachen bringen müssen. „Es kommt natürlich vor, dass eine Gründungsidee nicht realisierbar ist – zum Beispiel, weil es sich nicht rechnet“, erklärt BNW-Gründungsberaterin Anette Domning. „In diesem Fall können wir die Gründung nicht genehmigen. Das ist für die Teilnehmer dann häufig schwer zu verkraften. Aber wir wollen natürlich sicherstellen, dass das Geschäft am Ende auch läuft.“

    Früher Unternehmensberater, heute Therapeut

    So wie bei Alexander Seiler, der seit rund zwei Jahren erfolgreich seine eigene Praxis in Hannover betreibt. Als Hypnose-Therapeut therapiert er Menschen mit Depressionen, Ängsten, Burn-out und anderen psychisch bedingten Erkrankungen. „Selbständig hätte ich mich auch so gemacht“, sagt Alexander Seiler. „Aber die Unterstützung durch das BNW hat mir sehr geholfen.“ Es ist nicht die erste Selbständigkeit des Hannoveraners: Der gelernte Immobilienfachwirt war schon einmal als Unternehmensberater sein eigener Chef. „Das Geschäft lief gut, aber ich selbst blieb auf der Strecke“, sagt der 48-Jährige. Nach knapp drei Jahren litt er unter Burn-out, Depressionen und Angstzuständen. Die üblichen Therapien schlugen bei ihm nicht an. Erst die die spezielle, ursachenorientierte Hypnose-Therapie machte aus Alexander Seiler einen neuen Menschen. „Meine Ängste waren wie weggeblasen. Da war mir klar: Das möchte ich auch machen. Ich möchte anderen Menschen helfen“, erzählt der Existenzgründer. Nach einer Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie schickte das Jobcenter den damaligen ALG II-Bezieher mit seinem Gründungsvorhaben zum BNW. „Am Anfang war ich sehr skeptisch“, erzählt Alexander Seiler. Als Unternehmensberater kannte er sich mit Existenzgründungen gut aus, hatte sogar selbst Gründungswillige beraten. „Ich dachte, die beim BNW haben nur theoretisches Wissen und können mir nichts Neues erzählen. Sie haben mich dann aber doch ganz schnell überzeugt“, sagt der Existenzgründer. Die BNW-Experten feilten mit ihm an seinem Business-Plan, schulten ihn in Fragen zu Recht und Marketing. „Vor allem das persönliche Coaching war super. Da habe ich dann auch gemerkt, dass die Berater echtes Praxis-Wissen mitbringen“, erzählt Alexander Seiler. In seiner Praxis bietet er heute vor allem die Hypnoanalyse an. „Dabei behandele ich nicht Symptome, sondern die Ursache für Ängste, Depressionen und andere Erkrankungen“, erklärt der Existenzgründer. Dafür versetzt er seine Patienten in den Zustand der Hypnose. „Meistens liegt die Ursache in der frühen Kindheit. Daran können wir uns in der Regel nicht erinnern, aber unser Unterbewusstsein vergisst nichts – und genau das kann ich während der Hypnose ansprechen“, erklärt der Hypnose-Therapeut. „Oft genügt schon eine Intensiv-Sitzung. Stammkundschaft habe ich also nicht.“ Dank der Tipps vom BNW gehen die Termin-Anfragen aber nicht aus.

    Kunst und Betriebswirtschaft – da prallen Welten aufeinander

    Büromanagement, Unternehmensberatung, Gastronomie – viele der Existenzgründungen, die das BNW in den vergangenen zehn Jahren begleitet hat, sind klassische Dienstleistungen. Andere Ideen waren auch für die BNW-Berater neu. Dazu gehört die Bestattungskunst von Susanne Baumhakel. Die 46-jährige Künstlerin designt und gestaltet individuelle Urnen aus Materialien wie Keramik und Holz. „Ich habe damals selbst Todesfälle im Freundeskreis erlebt und mich so mit dem Thema beschäftigt. Die Urnen, die man üblicherweise bekommt, finde ich einfach schrecklich“, erzählt die Künstlerin schmunzelnd. „Sie sind meist aus kaltem Metall und haben plumpe Formen. Da hatte ich zum ersten Mal die Idee, eine Urne zu gestalten, die man gern ansieht und in die Hand nimmt, an der man Freude hat.“  Das war vor etwa eineinhalb Jahren, als die Mutter von zwei Söhnen nach einer beruflichen Familienpause über das Jobcenter Hannover beim BNW landete. Kunst und Betriebswirtschaft – da prallten Welten aufeinander: „Es gab viele Reibungspunkte, aber das war gut so“, sagt Susanne Baumhakel. „Überall, wo es Lücken in meiner Planung gab, hat die Beraterin kritisch nachgefragt und mich immer wieder angestachelt. Dinge wie Marketing zum Beispiel sind einfach nicht meins, müssen aber bedacht werden. Das wichtigste war für mich aber: Sie hat an mich und meine Idee geglaubt und mich immer unterstützt.“ Seit April vergangenen Jahres hat die studierte Bildhauerin ein eigenes Atelier in der Hannover-Südstadt. Dort entstehen ihre Urnen, die sie über Bestatter in Deutschland und Österreich anbietet. Preislich unterscheiden sie sich kaum von den industriell gefertigten Urnen. „Ich arbeite ohne Glasur, ohne Farben. Mir ist wichtig, dass das Material sichtbar bleibt“, erklärt die Künstlerin. Ihr reduziertes Design haben inzwischen auch schon andere Kunden für sich entdeckt. Instrumente aus Keramik für einen Musiker, ein individuelles Gefäß für den Gas-Herd eines Hobby-Kochs oder eine inspirierende Schale zum Sammeln von Gedanken für eine Autorin – Susanne Baumhakel gestaltet Behältnisse ganz nach Wunsch. In ihrem Atelier gibt sie zudem regelmäßig Keramik-Kurse für Kinder. Es läuft bei der Künstlerin – auch dank der Starthilfe durch das BNW.

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