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07.02.2017 - 'Vielleicht lerne ich auch noch Platt'

Fachkräfte in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sind gefragt: Rund 200.000 mehr Stellen als Fachkräfte gab es Ende des vergangenen Jahres in Deutschland, meldete das Institut der Deutschen Wirtschaft. Ohne Spezialisten aus dem Ausland ist diese Lücke nicht zu schließen. Umso wichtiger ist es, Zuwanderer mit MINT-Qualifikation gezielt zu unterstützen, damit ihnen der Anschluss in den deutschen Arbeitsmarkt trotz sprachlicher oder kultureller Hürden gelingt. Genau hier setzt der Kurs an, den das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) in Kooperation mit dem IQ-Netzwerk Niedersachsen und finanziert aus Mitteln des europäischen Sozialfonds in Leer anbietet. Nach rund sieben Monaten gemeinsamer Arbeit ist der erste Durchgang im Januar zu Ende gegangen. Erfolgsgeschichten inklusive.

10 Jahre Berufserfahrung als Bauingenieur brachte Mohammad Sahaei  mit. In seinem Heimatland, dem Iran, hatte der 34-Jährige studiert und einen guten Job als Projektleiter, bevor er vor drei Jahren aus politischen Gründen nach Deutschland floh. „Ich habe Deutschkurse besucht und meinen Führerschein gemacht“, erzählt Mohammad Sahaei. „Einen Job habe ich aber trotz meiner Qualifikation nicht gefunden. Mein Deutsch, vor allem die Fachsprache, und meine Bewerbung waren nicht gut genug.“ Das IQ-Netzwerk vermittelte ihn dann in die Maßnahme beim BNW in Leer. Mit Erfolg: Er arbeitet nun als Praktikant bei einem Bauunternehmen in Wiesmoor und hat eine feste Position in Aussicht. „Ohne das BNW hätte ich das vermutlich nicht geschafft“, erzählt der in Varel lebende Iraner. „Ich habe dort viel Deutsch gelernt, Tipps für die Bewerbung mitgenommen und sie haben mir auch die Praktikumsstelle vermittelt.“ An seinem Deutsch möchte er auch weiterhin hart arbeiten. „Vielleicht lerne ich auch noch Platt“, scherzt der Ingenieur. „Dann kann ich noch besser mitreden.“

So glatt wie bei Mohammad Sahaei läuft es nicht immer, weiß BNW-Dozent Christian Rosendahl, der den Kurs in den vergangenen Monaten betreute: „Es gibt für die Männer und Frauen viele Hürden. Angefangen bei der Sprache bis hin zu aufenthaltsrechtlichen Fragen. Einen Teil davon versuchen wir mit ihnen zu meistern.“ In seinem Unterricht standen zum Beispiel Fragen aus dem Arbeitsrecht oder Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz auf dem Stundenplan. Mit weiteren BNW-Experten paukten sie Fachsprache, überarbeiteten ihre Bewerbungsunterlagen und übten Vorstellungsgespräche. Christian Rosendahl begleitete darüber hinaus die Teilnehmer, die nach viermonatiger theoretischer Vorbereitung in ein Praktikum in einen Betrieb wechselten. „Es waren meist nur Kleinigkeiten, bei denen ich vermitteln musste, zum Beispiel beim Thema Pünktlichkeit. Auch gab es einen Teilnehmer, der während der Arbeitszeit einen Friseurtermin wahrnehmen wollte. Da musste ich dann erstmal erklären, dass das so nicht geht“, berichtet Christian Rosendahl. Trotz des ein oder anderen kulturellen Missverständnisses hat ihn die Arbeitsmoral seiner Teilnehmer aber überzeugt: „Die meisten waren unheimlich motiviert, haben auch über die Unterrichtszeiten hinaus gearbeitet. Man hat gemerkt: Die wollen unbedingt arbeiten.“

So geht es auch Osama Almeri. Der Syrer sucht seit seiner Ankunft in Deutschland vor zwei Jahren vergeblich einen Job. „Ich möchte unbedingt in Leer bleiben und arbeiten“, sagt der 34-jährige Familienvater. USA, Karibik, Europa, Russland – um die ganze Welt sei er gereist, um für seine Familie ein sicheres Land zum Leben zu finden. „Nirgendwo wird man so empfangen wie in Deutschland“, sagt der Syrer. Seinen Bachelor-Abschluss in Maschinenbau hatte er sich mit Unterstützung des IQ-Netzwerks anerkennen lassen, das ihn dann auch die Qualifizierung beim BNW empfahl. Nach dem Kurs steht fest: Er geht nochmal an die Uni. An der Fachhochschule in Emden macht er seinen Master. „So sind meine Chancen einfach besser, langfristig hier arbeiten zu können“, sagt Osama Almeri. Der Kurs hat sich dennoch für ihn gelohnt: „Ich habe so viel dazugelernt – sprachlich, aber auch, worauf es beim Bewerben und beim Arbeiten ankommt.“

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