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Perspektiven für Ingenieure aus dem Ausland

BNW unterstützt MINT-Akademiker bei der Jobsuche

Der Qualifizierungskurs, der sich gezielt an Akademiker aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) richtet, hat das BNW in Kooperation mit dem IQ-Netzwerk Niedersachsen zuletzt in Leer angeboten. Finanziert wurde der Kurs aus Mitteln des europäischen Sozialfonds. Nach rund sieben Monaten ist der erste Durchgang im Januar zu Ende gegangen – Erfolgsgeschichten inklusive. So wie die des 34-jährigen Iraners Mohammad Sahaei. 10 Jahre Berufserfahrung brachte der Bauingenieur mit. In seinem Heimatland hatte er studiert und einen guten Job als Projektleiter, bevor er vor drei Jahren aus politischen Gründen nach Deutschland floh. „Einen Job habe ich trotz meiner Qualifikation nicht gefunden“, erzählt Mohammad Sahaei. „Mein Deutsch, vor allem die Fachsprache, und meine Bewerbung waren nicht gut genug.“ Das IQ-Netzwerk vermittelte ihn dann in die Maßnahme beim BNW in Leer. Mit Erfolg: Er arbeitet nun als Praktikant bei einem Bauunternehmen in Wiesmoor und hat eine feste Position in Aussicht. „Ohne das BNW hätte ich das vermutlich nicht geschafft“, erzählt der in Iraner. „Ich habe dort viel Deutsch gelernt, Tipps für die Bewerbung mitgenommen und sie haben mir auch die Praktikumsstelle vermittelt.“

Im Unterricht beim BNW standen zum Beispiel Fragen aus dem Arbeitsrecht oder Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz auf dem Stundenplan. BNW-Experten paukten mit den Teilnehmern Fachsprache, überarbeiteten ihre Bewerbungsunterlagen und übten Vorstellungsgespräche. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer begleitet, die nach viermonatiger theoretischer Vorbereitung in ein Praktikum in einen Betrieb wechselten. „Es waren meist nur Kleinigkeiten, bei denen ich vermitteln musste, zum Beispiel beim Thema Pünktlichkeit“, berichtet ein BNW-Dozent. Trotz des ein oder anderen kulturellen Missverständnisses hat ihn die Arbeitsmoral seiner Teilnehmer aber überzeugt: „Die meisten waren unheimlich motiviert, haben auch über die Unterrichtszeiten hinaus gearbeitet. Man hat gemerkt: Die wollen unbedingt arbeiten.“

So geht es auch Osama Almeri. Der Syrer sucht seit seiner Ankunft in Deutschland vor zwei Jahren vergeblich einen Job. „Ich möchte unbedingt in Leer bleiben und arbeiten“, sagt der 34-jährige Familienvater. USA, Karibik, Europa, Russland – um die ganze Welt sei er gereist, um für seine Familie ein sicheres Land zum Leben zu finden. „Nirgendwo wird man so empfangen wie in Deutschland“, sagt der Syrer. Seinen Bachelor-Abschluss in Maschinenbau hatte er sich mit Unterstützung des IQ-Netzwerks anerkennen lassen, das ihn dann auch die Qualifizierung beim BNW empfahl. Nach dem Kurs steht fest: Er geht nochmal an die Uni. An der Fachhochschule in Emden macht er seinen Master. „So sind meine Chancen einfach besser, langfristig hier arbeiten zu können“, sagt Osama Almeri. Der Kurs hat sich dennoch für ihn gelohnt: „Ich habe so viel dazugelernt – sprachlich, aber auch, worauf es beim Bewerben und beim Arbeiten ankommt.“

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