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Arbeit und qualifizierte Ausbildung bei den EU-Nachbarn stärken: Kick-off Meeting in Sevilla

Das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft engagiert sich weiterhin im sogenannten Berufsbildungsexport. Im Grundsatz geht es bei der Initiative "Dual VET Partners in Europe" darum, einen Beitrag für die nachhaltige Berufsausbildung und Arbeit in Südeuropa zu leisten. Aktuell gibt es bei den EU-Nachbarn noch viele junge Menschen, die keine Arbeit finden.

Im Schnitt liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Europa derzeit bei 14,5 Prozent. Besonders hoch ist die Jugendarbeitslosenquote in südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien mit über 30 Prozent. Unter zehn Prozent liegt sie in nur acht EU-Ländern. Darunter zum Beispiel Deutschland, den Niederlanden und Dänemark (Quelle: ZDF heute, Stand 03/2019).

Keine Frage für Europaministerin Birgit Honé: Dass es unseren europäischen Nachbarn gut geht und vor allem die jungen Menschen optimistisch in die Zukunft blicken können, ist eine Frage der Solidarität aller im Sinne der wirtschaftlichen Prosperität der EU. Daher fördert das Niedersächsiche Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung die Initative „Gute Nachbarschaft in Europa“.

Im ersten Projektzeitraum ging es zunächst um den transnationalen Austausch, um die bewährten Rahmenbedingungen der deutschen dualen Berufsausbildung bei den spanischen und italienischen Partnerorganisationen bekannter zu machen. Dabei wurden bereits Lehrerinnen und Lehrer sowie Vertreter aus Unternehmen der EU-Nachbarn einbezogen und in Seminaren über die Berufsausbildung informiert.

Peter Grünheid, Projektleiter beim BNW: "Niedersachsen und seine exportorientierte Wirtschaft selbst sind nicht nur hierzulande auf qualifizierten Fachkräftenachwuchs angewiesen, sondern auch auf Fachkräftenachwuchs und wirtschaftliche Erholung bei den EU-Nachbarn. Nachhaltige Arbeitsplätze hier wie dort sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Einbindung in den EU-Binnenmarkt und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und ihrer Partner in Europa."

Im Anschlussprojekt von "Dual VET Partners in Europe" gehe es um die Qualität in der dualen Ausbildung in Südeuropa - beispielsweise, indem die Lerninhalte in der Schule und die Ausbildungsinhalte im Unternehmen besser aufeinander abgestimmt werden. "Quality of dualVET" startete im Dezember 2019 in Sevilla mit einer Abstimmung des Projektplans durch die Partner.

Schon jetzt ist klar: Auch in Spanien und Italien stellt die Digitalisierung eine Herausforderung für das Berufsbildungssystem dar. Es gilt unter anderem, das arbeitsweltbasierte Lernen (Work-based Learning) weiter zu verbessern. Um die dualen Ausbildungsstrukturen außerdem weiterzuentwicklen, plant die spanische Regierung, in Kürze ein neues Gesetz zur dualen Berufsausbildung zu verabschieden.

Update: Im Mai wurde der Kooperationsvertrag vom Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung sowie dem Kultusministerium auf der einen Seite und dem Kultusministerium der Andalusischen Landesregierung auf der anderen Seite unterzeichnet. Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung mit einem ersten Pilotprojekt zur dualen Ausbildung in Andalusien sowie die Begegnung und der Austausch von Lehrkräften, Auszubildenden, Schülerinnen und Schülern.

„Ich freue mich, dass wir nach einer erfolgreichen Vorbereitungsphase zusammen mit den Partnern in Andalusien gerade jetzt ein Zeichen für gute Zusammenarbeit und Solidarität in Europa setzen können“, erklärte Europaministerin Birgit Honé am Montag in Hannover.

Weitere Informationen:

Niedersächsisches Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung
www.dualvetpartners.eu

 

Die Vertreterinnen und Vertreter der europäischen Partner von "Quality of dualVET" trafen sich zum Projektstart in Sevilla.

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